Isländisch lernen (Werbung)

My name is Ólafur Kristjánsson.

I’m an Icelandic native speaker and a language teacher, currently living in Berlin.

I have been teaching Icelandic privately since 2007 and at the Volkshochschule Reinickendorf since 2008. (http://www.berlin.de/vhs-reinickendorf/?m0=1&m1=3&m2=17&sectid=4&cat=227) Since 2010 I am also a regular teacher at the Icelandic language summer course for international exchange students, organized be the University Center of the Westfjords in Iceland (http://www.uwestfjords.is/icelandic_courses/three-week_course_for_students).

Besides teaching Icelandic I also work as a translator and a freelance journalist for Morgunblaðið (Icelandic newspaper) and other Icelandic newspapers and magazines, where I mainly write about Icelandic literature and tourism.

I received my BA from the University of Iceland in Comparative Literature in 2004 and I studied 

Philosophy and German Literature at the Technische University and Humboldt University.

I offer Skype lessons both in English and German for beginning, intermediate and advanced students. My rates are 20 euros for 60 minutes or 30 euros for 90 Minutes.

olafurgudsteinn@gmail.com

 

 

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Paradísarstræti

Islandkurs hat heute diese Mail erhalten:

[I]ch möchte Sie darauf machen, dass mein Buch „Paradiesstraße. Lebenserinnerungen der ostpreußischen Bäuerin Lena Grigoleit“ auf Isländisch erschienen ist. Man kann es im Internet bei Eymundsson bestellen.

Paradísarstraeti“ – Wie die „Paradiesstraße“ nach Island kam

Text: Im vergangenen Jahr bekam ich eine Mail aus Island. Ein Sigurdur Pétursson fragte, ob er mein Buch „Paradiesstraße“ übersetzen dürfe. Er hatte es vor ein paar Jahren zufällig in einer Rostocker Buchhandlung entdeckt. Beeindruckt vom Leben der Bäuerin Lena Grigoleit beschloss er, die Geschichte ins Isländische zu übertragen. „Jetzt habe ich Zeit dafür“, schrieb er, „ich habe meinen Beruf als Tierarzt an den Nagel gehängt.“ Ich war sofort begeistert von der Idee. Der Rowohlt-Verlag spielte mit, die Isländische Literaturgesellschaft gab ein kleines Stipendium. Und so kam das kleine Non-profit-Unternehmen in Gang. Sigurdur und sein Sohn Pétur machten sich an die Arbeit. Ich erhielt alle paar Tage Anfragen aus Reykjavík: „Liebe Ulla! Was heißt ‚Karacho‘?“ Dialektwörter, historische Sachverhalte…Vieles war zu klären. Es dauerte vielleicht ein halbes Jahr – zu Weihnachten war das Buch da!  

Herzliche Grüße

Ulla Lachauer

www.ulla-lachauer.de

Hjaltalín in Deutschland

Es gibt sie, diese Bands, die es schaffen sich im Laufe ihrer Karriere noch mal ganz neu zu erfinden. Hjaltalín aus Island gehören dazu. Die Band gründete sich 2004 als eine Handvoll Studenten beschloss, gemeinsam an einem Wettbewerb für Songwriting teilzunehmen. Ihr Debüt „Sleepdrunk Seasons“, das drei Jahre nach der Bandgründung erschien, ließ die Musikszene über die Grenzen ihrer Heimat Island hinaus aufhorchen. Mit der Folge, dass die Band das Jahr 2009 fast ausschließlich auf Tournee kreuz und quer durch Europa zubrachte. Das war die Zeit als man die Musik von Hjaltalín gemeinhin als Kammer-Pop bezeichnete. Ihr aktuelles Album „Enter 4“ zeigt jedoch, dass sich seit den Anfangsjahren der Band einiges getan hat. Elektronische Klänge, so düster wie die Wintermonate in Reykjavik, bestimmen die Welt von Hjaltalín, in der der orchestrale Pop der Vorgängeralben nur noch hier und da Platz findet.
 
Wer die 7-köpfige Band um Sänger Högni (auch bekannt als Mitglied von Gus Gus) und Sängerin Sigga in ihrer ganzen Größe erleben will, der muss Hjaltalín live gesehen haben, denn ihre Konzerte haben eine Leuchtkraft gleich Polarlichtern, die man mit Glück am isländischen Nachthimmel entdecken kann. Immer offen für Neu-Interpretationen ihrer Songs und gesegnet mit herausragenden instrumentalen Fertigkeiten, führen Hjaltalín ihr Publikum auf immer neuen Pfaden durch ihre einmalige Klangwelt.
 
 
Hjaltalín – Crack In a Stone Musikvideo: http://vimeo.com/69560224
Hjaltalín & The Iceland Symphony Orchestra: http://vimeo.com/17156554
 
Passend zur Tour gibt es auch ein sehenswertes Musikvideo zur Album Single „I Feel You“, welches in Reykjavík aufgenommen wurde: http://vimeo.com/79489224
 
Hjaltalin Live!
04.03.2014 Hamburg, Mojo Club
05.03.2014 Berlin, frannz Club
07.03.2014 München, Strøm
08.03.2014 Köln, Club Bahnhof Ehrenfeld
 

Die Literatur: Islands Schlösser und Burgen

In Island gibt es keine imposanten Schlösser und Burgen zu bestaunen, die einem einen direkten Zugang zur Vergangenheit des Landes eröffnen. Es gibt nur wenige Gebäude, die an die Vergangenheit erinnern, keinen Kölner Dom, der 1000 Jahre Geschichte in sich birgt oder historische Innenstädte wie in Quedlinburg in Sachsen-Anhalt. 

Was es auf Island wiederum gibt, und das haufenweise, wenn man sich umgangssprachlich ausdrücken darf, ist die Literatur, die die Geschichte des Landes bewahrt. Sehr früh wurde damit begonnen, die Besiedlung Islands zu beschreiben, so etwa im 12. Jahrhundert im sogenannten Buch der Landnahme (Landnámabók). Die Besiedlung Islands begann laut dieses Buchs im Jahr 874 n. Chr.

Darüberhinaus wurden allerlei Geschichten geschrieben, u. a. die Isländersagas, die wahrscheinlich Islands bedeutendster Beitrag zur Weltliteratur sind. Man kann sagen, obwohl das natürlich eine Vereinfachung und Verallgemeinerung ist, dass seitdem das isländische Volk eines des Erzählens und der Geschichten ist.

Diese Geschichten, mitsamt jenen, die heutzutage geschrieben werden, schaffen Einblicke in die Denkweise der Isländer und offenbaren ihre Mentalität, eine Mentalität, die man bei einigen immer noch zu spüren bekommt. Und verständlicherweise verraten sie auch viel über die Geschichte der Insel. Dennoch muss man natürlich im Hinterkopf behalten, dass es sich oft um literarische Werke handelt, auch wenn sie auf wahren Begebenheiten beruhen. Aber das ist ja fast immer der Fall, wenn es sich um Literatur handelt.

Die ehemalige isländische Präsidentin Vigdís Finnbogadóttir (die erste Frau weltweit, die in einer demokratischen Wahl zum Staatsoberhaupt gewählt wurde) hat es folgendermaßen beschrieben: Die Isländer besaßen keine richtigen Materialien, um große Kunstwerke zu errichten und außerdem war das Land viele Jahrhunderte bitterarm. Daher mussten sie sich mit dem Einzigen, das nichts kostete, auseinandersetzen: der Sprache.

So ist es vielleicht kein Wunder, dass soviel Literatur von dieser Insel stammt, auf der pro Kopf gerechnet mehr Bücher als irgendwo sonst auf der Welt veröffentlicht werden, und so kann man sagen, dass die isländische Literatur Islands Schlösser und Burgen sind

Der Rúntur (Die Spritztour)

Wie man sich wahrscheinlich vorstellen kann, ist das Leben auf dem Lande nicht immer abwechslungsreich. Ein Dorf mit 300 bis 400 Einwohnern hat z.B. keine Kino’s, Theater, keine Auswahl an Restaurants oder Kneipen und keine Jugenddisco’s. Vielleicht gibt es ein Heimatmuseum.

Die Jugendlichen müssen sich mit etwas Anderem vergnügen oder einen Weg finden, um die Zeit tot zu schlagen.

Manche Ausländer und Einheimische haben das Image von Island, dass die Isländer kreativer als andere Völker sind. Und wenn man sich übertriebener und literarischer ausdrücken möchte, könnte man behaupten, dass manche der Meinung sind, dass jeder Isländer ein Vulkan der Kreativität ist, der einfach darauf wartet auszubrechen.

Aber nicht jeder kann die nächste Björk oder der nächste Halldór Laxness sein und es stimmt in der Tat nicht, dass jeder Isländer irgendwie künstlerisch begabt ist und seine Freizeit damit verbringt Gedichte und Theaterstücke zu verfassen oder Musik zu komponieren.

Und was macht man dann? Bei den jüngeren Generationen, überall auf Island, ist das beliebteste Hobby wahrscheinlich der sogenannte „Rúntur“. Ein Wort, das sich schwer ins Deutsche übersetzen lässt.

[Rúntur heißt, die selbe Straße, mit dem Auto, rauf und runter zu fahren, bei der Tankstelle zu halten, sich dort mit Kumpels zu treffen, die auch den Rúntur machen, um sich dort sinnlos zu besaufen und dann wieder weiter fahren.]

Immer das Selbe, jedes Wochenende und auch unter der Woche (dann aber vermutlich ohne Alkohol). Manchmal sind auch Mädchen dabei.

Siggi ist einer von vielen Jugendlichen, die den Rúntur machen. Er ist 18 Jahre alt und wohnt in einem Dorf, in den Ostfjorden. Selber nennt er den Ort ein „Kaff.“

Er arbeitet in der Fischfabrik des Ortes und hat ein neues Auto, das er jeden Tag wäscht und poliert. „Wenn ich genug Geld gesammelt habe, haue ich sofort von hier ab. Hier gibt es nicht einmal eine Videothek, verdammt noch mal.“

Und im Überigen. Den Rúntur gibt es auch in der Hauptstadt Reykjavík.

 

 

Isländischer Humor: Darüber sollte man keine Witze machen

In den Reykjavíker Kommunalwahlen 2010 hat die „Spaßpartei“ Besti flokkurinn (die Beste Partei) mit 34,7 Prozent die meisten Stimmen erhalten. Damit wurde der ziemlich skurrile Komiker Jón Gnarr Bürgermeister von Reykjavík.

Ob diese Tatsache den isländischen Humor enthüllt ist schwer zu sagen. Und obwohl man Verallgemeinerungen vermeiden sollte, könnte man daraus die Schlussfolgerung ziehen, dass der isländische Humor, wie so vieles auf Island, von Extremen geprägt ist. Die Behauptung scheint gar nicht so abwegig, insbesondere wenn man dieses isländische Extrem mit anderen, wie das scheinbar willkürliche und manchmal verrückte Wetter oder die besonders mannigfaltige Landschaft, in Beziehung setzt.

Humor ist selbstverständlich eine ernsthafte Angelegenheit und ihn beschreiben zu wollen ist vermutlich gar nicht so lustig. Man gewinnt den Verdacht, dass man es sein lassen und sich damit einfach zufrieden geben sollte, dass man entweder lacht (lustig) oder eben nicht (nicht lustig).

Hier wird trotzdem das Risiko eingegangen den isländischen Humor zu beschreiben. Denn die Hoffnung besteht, der Leser werde nicht so empört sein, dass er dieses Buch nicht mehr lesen will.

Man bekommt das Gefühl, wenn man den isländischen Humor betrachtet, dass er schwarz wie eine Tasse Kaffee (Isländer sind Liebhaber starken schwarzen Kaffees) und unberechenbar und gefährlich wie das Wetter, die Vulkane und die Gletscherflüsse sein kann. Er kann auch so wechselhaft wie die Landschaft sein, die links und rechts der Ringstraße liegt. Und natürlich kann er auch dumm wie ein Lamm sein. Das Lamm, das lebendig so wahnsinnig süß, niedlich und unschuldig aussieht und zubereitet auf dem Teller mit Soße, Kartoffeln, Erbsen und Marmelade so unheimlich lecker schmeckt. Dann kann er berauschend wie der Brennivín (der isländische Branntwein) wirken, manchmal aber auch ekelhaft und abstoßend wie fermentierter Hai und gesengte Schafsköpfe in den Augen von Touristen. Er ist gleichermaßen imstande so melancholisch wie die Dunkelheit im Winter zu sein, ab und an (nur ab und an) aber ist er so grell und wolkenlos wie die scheinbar endlosen isländische Sommernächte.

Es ist wohl wahr, Humor kann man schwer beschreiben. Genau so wenig wie man erklären kann, wie ein sonderbarer Komiker der Bürgermeister von Reykjavík werden konnte. Obwohl! Das kann man eigentlich erklären…

Der beliebte isländische Hotdog

Die Touristen denken immer, dass man hier nur fermentierten Hai isst und Brennivín trinkt, was natürlich nur Teilweise stimmt. Wenn man heutzutage von nationalen Gerichten spricht, muss man über Hamburger, Pizzen und vor allem den isländischen Hotdog reden. Dazu trinkt man selbstverständlich eine Coke.“ Das behauptet zumindest der junge Gabríel Reynisson, der ein Gymnasiast im letzten Jahr ist: „Das alte Zeug, Blut- und Leberwurst und die gesengte Schafsköpfe, esse ich überhaupt nicht. Warum sollte ich ja auch vergammeltes Essen zu mir nehmen? Das ist nur etwas für die Opas und Omas.“

Wir befinden uns vor der winzigen Würstchenbude Bæjarins beztu pylsur (Die besten Hotdogs der Stadt) neben dem Kolaportið1 unweit vom alten Hafen Reykjavíks in der Innenstadt, wo die Walfangschiffe und die Boote zur Walbeobachtung nebeneinander liegen.

Wenn vom isländischen Hotdog die Rede ist, kommt es ziemlich oft vor, dass der Superlativ verwendet wird, um die Qualität des isländischen Hotdogs angemessen zu beschreiben. Und das nicht nur von den Isländern selbst. Das isländische Würstchen schmeckt nämlich anders als andere Würstchen, weil es auch aus Hammelfleisch und nicht nur Schweinefleisch hergestellt wird. Besonders beliebt sind die Bæjarins beztu pylsur-Bude und die Hotdogs, die man dort ergattern kann.

Ich esse hier immer einen Hotdog, bevor ich nach Hause gehe, nachdem ich Party in der Stadt gemacht habe“ sagt Hjaltis Freund Jón Gunnarsson. „Ich liebe den Hot Dog und esse ihn mit allem aber ohne Zwiebeln. Ein Hotdog mit allem heißt mit Senf, Ketchup, Remoulade, rohem Zwiebeln und Röstzwiebeln. Ich esse ihn bestimmt drei oder vier mal die Woche, wenn nicht öfters. Und jedes mal kaufe ich zwei Stück. Er ist ja so klein. Man wird nicht davon satt“, fügt er hinzu.

Hjalti und Jón sind nicht die einzigen Isländer, die den isländischen Hotdog mögen. Den gibt es ja überall zu kaufen. Nicht nur bei Bæjarins beztu pylsur, sondern an fast jedem Kiosk, in jeder Tankstelle und vor vielen der Schwimmbäder des Landes. Und ohne großartig zu übertreiben könnte man sagen, dass jeder Isländer zumindest ein mal in seinem Leben einen gegessen hat.

Mein Lieblingsessen ist aber Pizza mit Salami sowie Pommes“, sagt Jón, „und ich liebe über alles einen Big Tasty von McDonalds“, sagt Hjalti. „Es gibt aber leider keine McDonalds Filiale mehr bei uns.“

Kolaportið: Islands einziger Flohmarkt

Im Kolaportið, am alten Reykjavíker Hafen, findet jedes Wochenende sowohl samstags als auch sonntags ein Flohmarkt statt. Dieser Flohmarkt ist in gewisser Weise der „internationalste“ Ort Islands.

Dort finden sich alle denkbaren Nationalitäten sowohl was die Leute als auch die Konsumgüter betrifft: alte Pelze, japanischer Schmuck und japanische Sonnenbrillen, Pferde- und Walfleisch, neue und alte Bücher und allerlei Krimskrams. Man könnte auch einfach sagen, dass dort alles zwischen schicken Second Hand Klamotten und fermentiertem Haifisch zu bekommen ist. Darüber hinaus ist es ein Ort, wo die Generationen auf ein andern treffen und die Touristen die Einheimischen und die Migranten beobachten können. Also so ein Multikultiort!

Kolaportið ist ein Innenmarkt, denn auf Island ist kein Verlass auf das Wetter, das als sehr willkürlich erscheinen kann (und ist). Die Atmosphäre des Markts ist freundlich und lebendig. Nachdem man hineinkommt riecht man sofort einen intensiven Fischgeruch, der überall schwebt und erinnert die älteren an die alten Zeiten und die jüngeren (hoffentlich) daran, dass Island nicht von Gestern ist.

Der Fischgeruch mischt sich natürlich mit exotischeren Gerüchen: asiatischen, polnischen, afrikanischen und thailändischen. Dies gilt für die Sprachen auch. Obwohl hier überwiegend Isländisch gesprochen wird, fühlt sich Kolaportið manchmal ein wenig „Babel-mäßig“ an. Man könnte den Ort gewissermaßen als ein Sinnbild der Verwandlung, die Island seit dem Zweiten Weltkrieg vollzogen hat, betrachten.

Hier sieht man Kinder herum laufen und mollige Kinder, die auf einem Stuhl sitzen und ein Eis oder Süßigkeiten essen. Die Partylöwen, die vor kurzem in der Innenstadt wild feierten, sind auch da und leiden unter einem Kater unterschiedlichsten Grades. Um den Kater zu überwinden essen sie natürlich etwas fettiges und trinken dazu Cola. Die Omas kaufen Fleisch oder Fisch für das Wochenendessen der Großfamilie, während die Opas einen Kaffee trinken … Manchmal denkt man sogar an Louis Armstrong und seinen Song „What a Wonderful World“, obwohl das vielleicht zu viel des Guten ist.

Irgendwie ist Kolaportið für alles geeignet. Es kommt sogar vor, dass hier ein „Hot Date“ stattfindet.